Das Minimalismus Manifest

Manifest (Das, lat.: manifestus, „handgreiflich gemacht“): Eine Erklärung von Zielen und Absichten.

Für mich ist es sehr wichtig, mir vor Augen zu halten, was wirklich zählt und entscheidend ist. Mir Absichten, Ideale und Ziele zu notieren, bedeutet, mich auf einen Weg in genau diese Richtung zu begeben. Es hilft mir, auf Kurs zu bleiben und diesen womöglich an einigen Stellen zu korrigieren.

Besonders in schweren Zeiten ist genau das eine Art Leuchtturm.
Und einen solchen können wir alle an den ein oder anderen Stellen gebrauchen – oder nicht?
Also lass dich wenn möglich inspirieren, lass dich motivieren und dann starte durch.

Wir haben ein Leben, einen Moment. Genießen wir ihn. Nutzen wir ihn. Jetzt. „Das Minimalismus Manifest“ weiterlesen

Ich bin Maximalist!

Okay, es wird Zeit eine Sache endlich zu gestehen:
Ich bin kein Minimalist! Und war nie einer.

Zumindest nicht, wenn ich mein Leben nach den immer wiederkehrenden Maßstäben der Medien, der uninformierten Gegnern, über-kritischen Neu-Interessenten oder anderen „Experten“ beurteile.
Die anscheinend immer noch vorherrschende Definition zum Thema scheint in etwa so zu lauten:

Minimalismus bedeutet, so viele Dinge wie möglich loszuwerden, die übrig gebliebenen zu zählen und dann mit dieser Zahl hausieren zu gehen. Wer am wenigsten besitzt ist dann (Ober-)Minimalist.

Durch so etwas möchte ich mich nicht definieren.
Beim Minimalismus geht es um viel mehr, als es etwa im „Welt der Wunder“-Bericht dargestellt wird.
Es geht viel mehr um eine Philosophie dahinter – um mich abermals zu wiederholen.
Es geht um eine Lebenseinstellung.
Eine Lebens-Kunst.
Deshalb versuche ich es auf eine andere Weise zu erklären:

Ich bin Maximalist!

Mein Ziel ist das Maximieren meiner Lebensqualität. Das Maximieren des Genusses, den ich jeden Tag in mein Leben, in die kleinsten Dinge, bringen kann. Es geht um das Maximieren des Nutzens von Zeit, Raum und dem Leben an sich.

Darum geht es. Und eben nicht um das Wegwerfen von Dingen.
Ja, für mich persönlich und viele Andere war es der wichtige, vielleicht kritische erste Schritt, aber wozu denn? Der erste Schritt in welche Richtung?

Vielleicht eine aufgeräumte Wohnung, ein minimal-materielles Leben.
Aber das ist nicht das Ziel dahinter. Das „Problem“, das der Minimalismus angeht, liegt in den Auswirkungen der Dinge, der Ressourcen, die sie auf uns, die sie auf mich, haben.

Zugegeben: Natürlich bin ich in gewisser Weise „stolz“ darauf, mich von Dingen getrennt zu haben – ohne dabei irgendwelche „Schmerzen“ oder „Ängste“ zu spühren. Ja, es hat mir Freiheit, Zeit und Raum gegeben. Aber doch hauptsächlich psychisch. Es ist doch letztlich so:

Wenn dein Kopf voll ist, kann dir selbst die aufgeräumteste, minimalistischste Wohnung nicht weiterhelfen.

Denn dann geht es um deinen „Kern“. Dann geht es um die Motivation hinter deinem Handeln. Dann entscheidet sich, wohin du gehen möchtest, was du mit deinem Leben anstellen willst und wie du diese Dinge erreichen möchtest.

Deswegen: Hör auf dein Leben zu minimalisieren und suche danach erst einen Grund. Suche dir erst diesen Grund, dieses Ziel. Diese Motivation entscheidet darüber, wohin dein Weg geht. Sie hilft dir dort anzukommen, wo du hinmöchtest.

Wenn du dazu nichts aufräumen oder wegwerfen musst – umso besser!

Anstatt dir ein minimalistisches Ziel zu setzen – setze dir ein maximalistisches Ziel. Minimal-materialistisch – ja, aber niemals zum Schaden der Lebensqualität und des Erlebens. Definiere dich nicht durch deinen Besitz und vor allem auch nicht durch den Besitz, den du eben nicht brauchst! Definiere dich durch dein Selbst, deine Werte und Ideale.

Definiere dich durch deine Werte, deine Träume und deine Motivationen. Maximiere deine Lebensqualität, deinen Spaß.

Sei lieber ein Maximalist nach meiner Definition – als ein Minimalist im Sinne der vorherrschenden gesellschaftlichen Meinung.

Bring den Müll raus (& das Geld mit rein)

In den letzten Wochen habe ich bereits darüber gesprochen, wie du für dich herausfinden kannst, welcher Besitz dir wirklich wichtig ist & wieso du dich in diesem Bereich einmal hinterfragen solltest. Nun wird es Zeit – besonders wenn du das Experiment durchgeführt hast – zu klären, was mit den restlichen, unwichtigen Dingen passieren kann.

Aus diesem Grund möchte ich dir in den folgenden Zeilen verschiedenste Möglichkeiten aufzeigen. Alle lassen sich zunächst drei verschiedenen Gruppen unterordnen:

  • Verkaufen
  • Verschenken
  • Spenden

Um zu entscheiden, welche Dinge du welcher Gruppe zuordnen kannst, frage dich etwa Folgendes:

  • Ist es „Müll“ oder noch brauchbar für jemand Anderen? (Wie ist der Zustand?)
  • Wer könnte damit etwas anfangen/es brauchen?
  • Inwieweit lässt sich damit vielleicht sogar noch Geld verdienen?

Natürlich kannst du dich nur für eine der drei Varianten entscheiden. Besonders das Spenden & Verschenken hat mich persönlich glücklich gemacht. Zudem war es für mich einfacher, Dinge mit dem Wissen abzugeben, dass ich sie so jemandem zur Verfügung stelle, der sie wirklich brauchen kann.

Aber diese Entscheidung liegt natürlich bei dir & bei vielen Dingen bietet sich ein Verkauf natürlich auch an (besonders bei größeren, neuwertigeren Dingen).

Verkaufen

  • Ebay
    Online-Auktionshaus, das wohl den Allermeisten bekannt ist. Pro Verkauf behält Ebay eine Provision ein. Besonders geeignet für Dinge mit unkompliziertem Versand und Kleinigkeiten.
  • Ebay Kleinanzeigen
    Kostenloses Kleinanzeigen-Portal, regional ausgelegt. Besonders geeignet für Dinge, deren Versand teuer/kompliziert werden würde. Nachfrage allerdings womöglich problematisch in kleineren Orten.
  • Amazon Marketplace
    Möglichkeit gebrauchte Artikel direkt auf Amazon anzubieten. Pro Verkauf erhält Amazon eine Provision. Besonders geeignet bei Dingen mit unkompliziertem Versand – bei denen man aber von vorne herein einen bestimmten Preis festlegen möchte.
  • Craigslist
    Vergleichbar mit Ebay Kleinanzeigen. Weltweiter Marktführer im Bereich Privatanzeigen, der langsam auch in Deutschland bekannter wird. Zu empfehlen jedoch nur für Großstädte. Das einstellen eines Angebots ist hier ebenfalls kostenlos.
  • Lokale Privatanzeigen
    Jede (über)regionale Zeitung bietet im Normalfall eine „Suche/Finde“-Abteilung an, in der von Privat an Privat verkauft werden kann. Inserate kosten jeweils unterschiedliche Preise. In meinen Augen eine teure Alternative, die sich nur in kleinen Orten lohnen könnte.
  • Rebuy
    Ankauf von Büchern, Cds, Dvds, Konsolen, PC-/Konsolenspielen und Ähnlichem. Besonders zu empfehlen bei einer Großzahl an Artikeln, die man ungern einzeln verkaufen möchte. Die gezahlten Preise variieren stark, dafür werden nahezu alle Artikel angenommen. Ablauf: Einfach Artikel in einen Karton packen, ab einem bestimmten Wert kostenlos verschicken & Geld direkt auf’s Konto ausgezahlt bekommen.
  • Online-Aktion
    Cult of Less„-Begründer Kelly Sutton hat zum Beispiel durch eine Online-Aktion und seine Webseite ganz einfach seine Dinge angeboten & verkauft. Aufwendiger als der Rest – dafür aber wohl auch spannender und interessanter.
  • Trödel/Flohmarkt
    Die klassischste der Varianten. Einfach Sachen zusammenpacken, ab zum Flohmarkt & verkaufen. Kostet Standgebühr und Zeit & ist nicht immer einfach. Kann aber einigen Spaß bringen.
  • „Second Hand“ Läden
    Viele „Second Hand“ Läden kaufen gerne verschiedenste Sachen an. Oftmals auch schon recht abgenutzte Dinge. Die gezahlten Preise variieren je nach Anzahl, Angebot, Zustand, Nachfrage, etc.

Verschenken

  • Freunde
    Welche deiner Freunde könnte etwas von deinen Dinge gebrauchen? Ich habe zum Beispiel ausgelesene Bücher an die Leute verschenkt, denen sie in meinen Augen am meisten helfen können. Das Plus dabei: Man bekommt hin und wieder selbst Bücher zurück & stärkt die Beziehungen.
  • „Take away“-Party
    Veranstalte eine Feier, auf dem sich jeder einfach das nehmen darf, was er möchte. Wenn du möchtest, kannst du natürlich die Anzahl der Dinge, die jeder mitnehmen darf, beschränken. Außerdem könntest du um eine Spende bitten – entweder für deinen Geldbeutel oder einen guten Zweck. Auf jeden Fall bringt die Feier aber eine Menge Spaß & Freude.
  • Die Kiste
    Besonders in der Großstadt zu empfehlen: Einfach Dinge in eine Kiste vor das Haus stellen & ein „Zu verschenken“-Schild befestigen. Dann entweder persönlich Dinge an Unbekannte verschenken oder einfach die Szene verlassen. Oftmals dauert es – gerade an gutbesuchten Orten – nicht lange, bis die „Geschenke“ verteilt sind.
    (Zusatztipp: Einfach mit einer Kiste auf einen gutbesuchten Platz stellen und dort Dinge verschenken – auch ein Lächeln ist eine großartige Bezahlung!)

Spenden

  • Kleiderspende
    Das Rote Kreuz (wie viele andere Vereinigungen) bietet die bekannten „Altkleider-Container“ an. Einfach unbrauchbare Kleidung und Schuhe einpacken & hineinwerfen. Jemand (in Not) wird sich mit Sicherheit darüber freuen und dankbar sein.
  • Bibliotheken
    Vielerorts haben Bibliotheken Probleme, neue Bücher zu erhalten und freuen sich sehr über Spenden. Zudem hat man so die Möglichkeit, vielleicht später noch einmal in „sein“ Buch hineinzuschauen.
  • Soziale Buchläden
    In manchen Orten (wie etwa in Berlin) gibt es soziale Buchläden, die sich ebenfalls sehr über Bücherspenden freuen und diese für einen geringen Betrag an sozial benachteiligte Mitmenschen verkaufen. (Notiz: Unter Anderem zu sehen im RTL2-Beitrag „Entrümpel dein Leben“)
  • Soziale Einrichtungen
    In vielen (besonders etwas größeren) Städten gibt es Einrichtungen für Obdachlose und sozial Benachteiligte. Auch hier ist die Freude über Spenden nahezu grenzenlos.

Ich denke diese Möglichkeiten reichen für die meisten Dinge aus. Natürlich gibt es unzählige weitere Möglichkeiten, die du auch gerne in den Kommentaren ergänzen kannst.

Ich hoffe du findest für dich einen Weg, dich von deinen unnützen Dingen zu trennen und Platz zu schaffen! Es ist keineswegs verwerflich einen Großteil der Dinge zu verkaufen, jedoch kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen, wie gut ich mich gefühlt habe, als ich manche Dinge gespendet/verschenkt habe. Manchmal ist ein „Danke“ oder ein Lächeln mehr wert als einige Euros.

Auch dieses Mal würde ich mich über Meinungen, Kommentare und vor allem Erfolgsgeschichten freuen. Dazu hinterlasse mir doch bitte einfach einen kurzen Kommentar oder schicke mir eine Email.

So & was hindert dich jetzt noch daran, dich von deinen unnützen Dingen zu trennen und das selbstbestimmte Leben zu leben, das du dir wünscht?

Neustart – Das Experiment

Heute Teil 2 und 3 der Podcast-Serie zum Thema „Umgang mit Besitz“. Dabei geht es zum einen um ein Experiment, das mir die Augen geöffnet hat und mein Leben radikal verändert hat. Zum Anderen fasse ich alle 3 Teile zusammen und ziehe eine kurze Bilanz.

So möchte ich dir die Chance geben, zumindest für eine Woche, den Lebensstil des Minimalismus kennenzulernen und zu erleben! Wie das geht – jetzt gleich und ganz ohne direkt sämtliche Dinge aus dem Fenster zu werfen?

Hör es dir an!