Schlucken oder Spucken?

Die Frage aller Fragen.
Oder zumindest so ähnlich.

Schlucke ich die Wahrheiten & Erkenntnisse, die ich für mich erkenne?
Lebe ich sie voll aus und erfahre, was sie wirklich bedeuten?

Oder spucke ich „große Töne“ – ohne zu handeln und mache letztlich weiter wie zuvor? Eben ganz ohne etwas verändert, entwickelt oder gelernt zu haben.

Große Töne, kleine Wahrheiten. Vielleicht viel Lärm um nichts. Und mittendrin diese Unsicherheit über die Antwort auf Fragen nach richtig & falsch, sinnvoll & sinnlos.

Ganz ehrlich: So oder so ähnlich fühle ich mich hin und wieder, so fühlte ich mich in letzter Zeit. Oftmals sind es diese Tiefpunkte, die mich nachdenken und teilweise zweifeln lassen. Punkte, an denen vieles abgeklopft und überprüft wird. An denen Fragen auftauchen, die ich beantworten möchte.

Lebenseinstellung, Weisheit und Sinn werden untersucht und eingeordnet. Ich erhalte einen Überblick – und oftmals einen Einblick. Es fühlt sich an wie ein Einblick in ein tieferes Sein, einen tieferen Sinn. Es ist, als würde ich Dinge erkennen, die innerhalb von Sekunden so Vieles verändern können, bzw. immerhin könnten.

Denn viel zu oft ist es das schwierigste, seine Erkenntnisse umzusetzen. Ich kann ein Lied davon singen. Vielleicht auch zwei. Nunja, wohl eher mindestens vier.

Der erste Schritt – die Erkenntnis

Die Pille der eigenen Wahrheiten oder Belehrungen zu schlucken, ist oftmals schwieriger, als man es sich selbst eingestehen mag. Schwieriger als daher-reden, als Glaube schenken oder bejahend nicken.

Es ist der Schritt vom Denken zum Handeln. Vom Nichts-tun zum Tun. Es ist die letztlich einzig wirkliche Entscheidung. Denn ist nicht jede Entscheidung erst denn getroffen, wenn eine Handlung von ihr fließt? Wenn sie spürbar etwas verändert – egal ob nun im Inneren oder Äußeren.

Früher gab es vielleicht Zeiten, in denen man wollte – aber nicht wusste. In denen man ein Ziel verfolgte, ohne eigentlich zu wissen, was man tut – angetrieben von eine Vision, einer Idee, einem Ideal.

Aber heute?

In meinen Augen leben wir in einer Zeit, die so noch nie da war. Wir haben Zugriff auf Unmengen an Wissen. Egal ob ich Schwedisch lernen will – oder bloß, wie ich eine ordentliche Berliner Bulette zubereite.

Das Internet ermöglicht uns nahezu alles. Es liefert uns einen Ort, an dem so vieles erreichbar ist. Es ermöglicht uns eine riesige Chance. Wir müssen sie aber eben nutzen. Müssen uns dessen bewusst werden und so oft es geht das Beste daraus machen.

„Du musst nicht alles wissen – du musst nur wissen, wo es geschrieben steht.“ hat mein Opa früher öfter mal zu mir gesagt. Und das ist auch richtig – größtenteils.

Ich muss nicht alles wissen. Vielmehr sollte ich versuchen, dass zu lernen und mir zu behalten, was mir nützt und was mich weiterbringt.

Viel wichtiger aber noch, und was fehlt für mich in dieser Floskel: Wenn du etwas weißt, etwas erkennst, setze es um. Wende es an. Ziehe einen Nutzen und verändere etwas. Verändere dein Leben, deine Welt – und dann vielleicht die der anderen.

Der zweite Schritt – die Umsetzung

Es geht nicht darum, zu wissen. Nicht darum, zu erkennen. Nicht darum, zu erzählen.

Zumindest bei Weitem nicht nur. Es ist der erste Schritt, der teilweise schwierig ist. Aber ein erster Schritt bleibt eben das. Und nur selten sind Wege nach einem Schritt vollendet.

Letztlich kommt es nur darauf an, was du tust. Deshalb versuche ich, diesen zweiten zu gehen. Immer öfter, immer wieder. Denn ich bilde mir ein, so „dem“ näher zu kommen, was ich möchte. Dem, was ich bin. Dem, was ich sein möchte, ausleben möchte.

Und wenn es nicht anders geht, dann eben durch manche Täler und mit einigen Rückschritten. Aber ich denke, so lange der Blick auf dem Ziel fixiert ist, komme ich irgendwann an.

Wie steht es mit Dir?