Du hast keine Probleme! Ich habe keine Probleme!

Wer kennt das nicht:

Nach einem anstrengenden Tag auf der Arbeit, heißt es dann nach zwei Überstunden inklusive Kaffee-Fleck auf der Hose: Feierabend! Jetzt nur noch gemütlich aneinander gekuschelt in der völlig überfüllten U-Bahn in Richtung Wohnung – wo mit großer Wahrscheinlichkeit schon der nächste Schlag ins Gesicht wartet – und die Erholung kann beginnen. Denkste!

Okay, vielleicht wohnen Einige von euch in einer Stadt ohne U-Bahn, trinken aus Prinzip keinen Kaffee oder arbeiten von zu Hause aus. Dennoch sollte das Gefühl, das ich beschreiben möchte, jedem ein Begriff sein:

Das niedergeschlagene Gefühl von Stress. Oftmals die Keimzelle vieler Probleme. Und was Probleme sind, wissen wir wohl alle. Zumindest gehen wir davon aus.

Je mehr Stress wir haben, desto unsicherer sind wir uns, desto angreifbarer ist unser Selbst. Gerade in solchen Momenten beginnen wir uns zu hinterfragen. Ein Zustand, den manch einer (in diesem Beispiel: Ich) auch ohne Stress wahnsinnig schnell erreichen kann. Aber, muss das wirklich sein? Wie echt und wie wichtig sind unsere Probleme wirklich?

Dazu eine kleine Geschichte aus meinem Leben, etwa 4 Stunden alt – vielleicht erkennst du dich darin wieder:

Ohne besonderen Grund hatte ich heute schlechte Laune.
Manche mögen vermuten ich sei mit dem falschen Bein aufgestanden – doch denen kann ich versichern, dass meine Beine genau zur gleichen Zeit den Boden das erste Mal berührten und ich agil aus dem Bett sprang!
Daran konnte es also schon einmal nicht liegen.

Es war kein wirklicher Grund erkennbar und doch bohrten sich Fragen in meinen Kopf.
Ich fing an, mich zu hinterfragen. Meine Werte. Meine Taten. Früher oder später: mein gesamtes derzeitiges Leben.

Reflektion mag etwas positives sein, doch sollte man dabei auf den pessimistischen, negativen Kommentar achten – der an schlechten Tagen besonders laut schreit!

So ging ich also durch die Straßen Berlins, randvoll mit negativen Gedanken, die sich im Laufe der Zeit zu Problemen aufstauten. Und das alles, ohne wirklich einen Grund dafür zu haben.

Aus dieser unsicheren Situation heraus entstanden irritierende Fragen, aggressive Fragen an mich selbst:

Was machst du eigentlich mit deinem Leben?
Wo führt dein Weg hin?
Und wo sollte er hinführen?
Bist du auf einem falschen Weg?
Welche Fehler machst du?
Was solltest du ändern?
Was kannst du ändern?
Was musst du ändern?
und so weiter…

Ich denke einige unter euch können diese Situation nachvollziehen, finden sich selbst in diesem Moment und können ihn nachempfinden. Stress, Probleme, negative Gedanken. Der ganze Kopf, das ganz Ich, ja – die ganze Welt scheint voll davon zu sein, in diesem Moment.

Ich ging also weiter, mit schlechter Laune und gesenktem Blick.
Ab um die nächste Ecke. Und die nächste. Und eine Weitere.
Doch dann passierte etwas Einzigartiges.

Ich kam an eine Kreuzung und an dieser Kreuzung stand ein Mann.
Wir Beide wollten über der Straße. Er von der einen, ich von der anderen Seite.
Und so standen wir uns nun gegenüber, die Straße zwischen uns.

Ich stand dort, von meinen negativen Gedanken gequält, und blickte deprimiert drein‘.
Er hingegen lächelte verschmitzt. Ein ansteckendes Lächeln.
Er wirkte positiv, das Lächeln ehrlich.

Die Fußgängerampel sprang von Rot auf Grün – und damit auch meine Stimmung.
In der Mitte der Straße begegneten wir uns – ich & dieser fremde Mann.

An der einen Seite trug er einen Stock, an der anderen ein Hund.
Er war blind.
Und doch lächelte er auf diese herzhafte Weiße.
Als wolle er mir sagen: „Junge, mach die Augen auf und erkenne wie irreal, wie nichtig deine Probleme wirklich sind! Wieso genießt du nicht das, was du hast und was du bist?“

Und sofort wurde  wurde klar, wie Recht er damit hatte.

 

Und mal ehrlich, gibt es in deinem Leben nicht auch „Probleme“, die irreal & nichtig sind?
Gibt es nicht viel mehr Dinge, für die du dankbar sein könntest? Sei ehrlich zu dir selbst!
Streich diese unwichtigen „Probleme“ aus deinem Kopf, fang an zu lächeln, denk positiv und pack die wahrhaftigen Herausforderungen deines Lebens an – ohne dabei zu vergessen, dankbar zu sein, für was du bist & was du hast.