Kosten vs. Investitionen – Bewusstes Kaufen

Kostenlos leben. Eine zweifelsfrei nette Idee!
Und dabei noch am besten nicht „umsonst“, nicht wertlos.
Ein glückliches, wertvolles Leben – ohne Kosten.
Zu perfekt?

Nun, weder ich, noch Leute die ich kenne, leben ohne Geld oder versorgen sich zu 100% selbst. Darum soll es in diesem Beitrag auch nicht gehen. Vielmehr geht es um den Unterschied zwischen Kosten und Investitionen.
Ein Versuch, Ausgaben in die Kategorien „sinnvoll“ und „überflüssig“ einzuteilen – um bessere (Kauf)Entscheidungen zu treffen.

Du kennst bestimmt die Situation im Supermarkt, dem Elektroladen oder einem Geschäft deiner Wahl. Du weißt ganz genau, was du möchtest und wieviel – kaufst am Ende dann aber doch mehr als geplant!
Wahrscheinlich bist du dir sicher, dass es deine freie Entscheidung war und du all diese Dinge sowieso brauchst und nur bisher vergessen hattest.

Aber stimmt das auch?
Entscheiden wir all das rational und logisch?

Ich muss für mich ehrlich zugeben, dass ich mich habe verleiten lassen – und das nicht nur ein Mal.
Impulskäufe, Angebote und Schnäppchen. Welch überzeugende Dinge!
Ich brauchte nur ein Geschenk für einen Freund und nahm dann doch noch gleich zwei DVDs zum unschlagbaren „Schnäppchenpreis“ für mich selbst mit. Oder eine CD. Oder oder oder. Der Gedanke dürfte klar sein.

Und wahrscheinlich kein Gedanke, der dir fremd ist – oder?

Nun, wenn das für dich „Okay“ ist und du deine „Einkaufspolitik“ beibehalten möchtest – tu es bitte, es ist absolut deine Entscheidung!
Wenn dich der Artikel jedoch bis hierhin interessiert hat, nehme ich jedoch an, das du etwas ändern möchtest.
Das du bewusster Kaufen, bewusster Konsumieren möchtest.

Doch was bedeutet es „bewusster“ zu konsumieren?
Und was meine ich Überhaupt mit „Kosten“ und „Investionen“?

Für mich gehört zu einem bewussteren Leben auch ein bewussteres Einkaufen, ein bewussteres Konsumieren. Das erreiche ich für mich, in dem ich zwischen „Kosten“ und „Investitionen“ unterscheide.

Kosten sind für mich all die Dinge, die ich kaufe, obwohl sie mir nichts (oder nicht wirklich etwas) nutzen. Dinge, die ich „haben möchte“ – weil sie mir gefallen. Auch diese Dinge habe ich vereinzelt noch und prinzipiell ist daran nichts auszusetzen. Aber auch hier kommt es auf die „Dosierung“ an.

Investitionen sind für mich Dinge, die ich kaufe, weil sie mir etwas bringen – weil sie mir nutzen. Dinge, die mich zwar auch Geld kosten – mir aber in einer Art „Preis-Nutzen-Verhältnis“ dafür Mehrwert liefern. Beispiele hierfür sind etwa mein Laptop, gute Laufschuhe und ein guter Hosting-Servie für meinen Blog.

Ein Versuch, genau dieses Bewusstsein ständig zu erreichen, sieht bei mir essentiell wie folgt aus:

  1. Ich gehe dann einkaufen, wenn ich etwas brauche – nicht um „nur mal zu schauen“. Genau hier entdeckt und (oftmals) kauft man Dinge, die man „haben möchte“ – aber nicht braucht.
  2. Dinge, die mich mehr als 25 Euro kosten würden, kommen auf eine Liste – für bis zu 30 Tage.
    Sollten sie nach dieser Zeit noch immer auf der Liste stehen & ich noch immer denke, dass ich diese Sache brauche, kaufe ich sie. Verschwinden sie von der Liste, werden sie nicht wirklich gebraucht & somit auch nicht gekauft. (In der Regel verschwinden im Durchschnitt knapp 90% der Dinge wieder von der Liste!)
  3. Sollte ich mir dann noch etwas kaufen wollen, gehe ich mit dieser Liste in den Laden, der mir weiterhilft. Ich schaue NUR nach den Dingen, auf meiner Liste, kaufe das ,was ich kaufen möchte & verlasse den Laden.
  4. Außerdem frage ich mich bevor ich mir neue Dinge anschaffe, folgendes:
    – Was würde es mir bringen, diesen Gegenstand zu besitzen?
    – Was bedeutet es, den Gegenstand nicht zu besitzen – welche Nachteile hat es?
    – Kostet er mich etwas – oder investiere ich in etwas sinnvolles?

Alleine durch diese vier kleinen Gewohnheiten verhindere ich einen Großteil an Impulskäufe und schaffe ein erhöhtes Bewusstsein.

Natürlich gibt es manche Dinge, die gekauft werden „müssen“ (Nahrungsmittel, Reinigungsmittel, täglicher Bedarf, etc.) – diese Dinge versuche ich durch die „25 Euro-Hürde“ auszuschließen. Natürlich kann auch hier die Grenze gesetzt werden, wo man möchte. Ich persönlich halte jedoch 25 Euro für angebracht und passend.