Ich wurde ausgeraubt!

Du kommst nach Hause, öffnest die Tür, spazierst in die Wohnung hinein & stellst fest, dass etwa drei Viertel deines kompletten Besitzes weg sind! Eine Horrorvorstellung!

So würde es wohl meinem Ich vom Anfang diesen Jahres gehen, wenn es jetzt in meine Wohnung kommen würde. Okay, ich wurde nicht über Nacht ausgeraubt oder um meine essentiellen Dinge erleichtert. Genauer gesagt, war ich höchstpersönlich derjenige, der sich dazu entschieden hat, sich auf mittlerweile weniger als 25% seines Besitzes zu begrenzen.

Was mit dem Rest passiert ist? Ganz einfach: Der ist weg. Verschenkt, verkauft oder gespendet.

Die Auswirkungen? Ich führe ein glücklicheres, freieres, zufriedeneres und ausgeglicheneres Leben – in dem nun endlich der Platz ist, um mich zu entfalten und meine Leidenschaften & Träume auszuleben.

Das Interessante? Ich vermisse diese Dinge nicht einmal! Unglaublich. Von jeden vier Dingen, die ich besessen habe, habe ich drei abgegeben – und doch geht es mir besser als zuvor & ich habe nie das Gefühl, dass mir etwas fehlt.

Wieso? Weil ich für mich erkannt habe, was mir in meinem Leben wirklich wichtig ist – und was nicht. Meine Leidenschaften, meine Träume, Ziele und Werte sind wichtig für mich. Durch diese Dinge definiere ich mich – nicht mehr durch meinen materiellen Besitz. Ich habe ein Leben voller Besitz, Unzufriedenheit und „Lärm“ gegen eines voller Freiheit und Zufriedenheit getauscht.

Nun, sicherlich liegt das nicht nur an dem Fakt, dass ich nun weniger Dinge besitze. Wie ich schon gesagt habe:
Ein minimalistisches Leben definiert sich durch weitaus mehr als  das Minimieren des materiellen Besitzes.

Doch hinter dem Ausmisten und Aufräumen steckt der oftmals entscheidende erste Schritt! Bevor wir uns entfalten und nach unseren tiefsten Wünschen und Träumen streben können, müssen wir Ordnung schaffen. Wir brauchen erst einmal Raum und Zeit um uns auszuleben!

Und damit möchte ich eine Erkenntnis vorstellen, die ich für sehr sehr wichtig halte – eine Erkenntnis, die viele Menschen ignorieren oder vielleicht auch nicht bemerken:
Neue Dinge kosten nicht nur Geld – sie kosten uns mindestens 2 weitere Ressourcen: Zeit und Platz!

Zeit etwa. Wenn wir Dinge aktiv nutzen (Bsp: Tv, Videokonsole, etc.) – aber auch wenn wir sie  anschaffen, pflegen, ordnen oder aufräumen.
Und Dinge brauchen Platz. Das klingt logisch. Wenn wir uns Dinge zulegen, dann müssen wir sie irgendwo unterbringen. Ich möchte es jedoch einmal etwas extremer ausdrücken: Wir brauchen kein großes Haus um unsere nötigsten Wünsche nach einem Dach über unserem Kopf, Wärme, einem Bett oder Ähnlichem zu stillen – wir leben in großen Wohnungen und Häusern, weil wir Platz für unsere Vielzahl an Dingen brauchen!

Und ganz ehrlich, wenn ich die Entscheidung habe, diese Ressourcen zu Teilen an meine (oft unnötigen) Dinge abzutreten – oder für mich selbst zu nutzen… Keine schwierige Entscheidung, oder?!

Versteh mich nicht falsch: Natürlich gibt es manche Dinge, die gekauft werden müssen. Aber das sind nur in etwa 20% derer, die wir tatsächlich kaufen! Der Rest wird gekauft, ich kenne es aus eigener Erfahrung, weil man Lust auf etwas Neues hat. Weil man Andere beeindrucken möchte. Weil man Status suggerieren möchte oder was auch immer.

Oder läuft es letztlich auf eine Entscheidung hinaus, die jeder Mensch für sich treffen muss.
Eine Entscheidung, die ich für mich treffen musste – und du nun für dich.
Wo liegt dein Fokus? Was möchtest du? Mehr Freiheit – oder mehr materiellen Besitz?

Mehr Zeit, Platz, Geld, Ordnung, Ruhe & Zufriedenheit gegen materielle Dinge zu tauschen, die mich einengen, die mich Zeit kosten und mir dabei oftmals nicht wirklich etwas bringen? Auch das war keine wirklich schwierige Entscheidung. Es war letztlich ein absoluter Segen, wenn man sich erst einmal die Frage gestellt hat & ehrlich darauf antwortet. Nun liegt es an dir.

Du oder dein materieller Besitz – was ist dir wichtiger?