Ein Ende, ein Zurück, ein Anfang und ein Geständnis

Dies ist einer der wohl ehrlichsten Artikel, die ich je geschrieben habe. Da es mir teilweise nicht leicht fällt, mir selbst Dinge einzugestehen und diese dann auch noch nach außen zu kommunizieren, bitte ich dich um ein wenig Nachsicht an manchen Stellen.

Anfang März diesen Jahres fing ich an, auf diesem „Minimalismus Blog“ über meine Erfahrungen mit meinem „neuen Leben“ zu schreiben. Ich war aufgeregt, voller Energie, Tatendrang. Mir gefiel es, meine Meinungen mit anderen Bloggern, Lesern und Kritikern konstruktiv zu diskutieren.

Denn so, denke ich zumindest, formen sich nach und nach Persönlichkeiten und Meinungen. Aus einer ersten Annahme wird eine erste Meinung. Durch Austausch und Diskussionen wird diese mehr und mehr definiert. So entstehen in meinen Augen etwa wichtige Wertvorstellungen und Ansichten.

Doch nach einiger Zeit wuchs das Interesse am Thema Minimalismus, dadurch das Interesse an mir und meinen Erzählungen. Erfahrungen mit Tv-, Radio- und Zeitungsinterviews waren die Folge. Ich lernte unglaublich nette und interessante Leute kennen. Das war das Positive.

Doch wie so vieles (oder besser: wie wohl alles), hat auch diese Entwicklung sein Negatives.

In Folge von extremen, teilweise falschen Darstellungen verlor ich enorm an Energie und Lust auf das Thema und den Blog. Aus einem Blog, den ich voller Freude und Begeisterung nutzen wollte, um Gedanken zu teilen und Mitmenschen ein wenig zu inspirieren – wurde in gewisser Weise das Aushängeschild einer hochstilisierten „Bewegung“.

(Zugegeben: Im Nachhinein bietet sich „Mr. Minimalist“ geradezu als Label an. Deshalb möchte ich das Schubladendenken nicht kritisieren. Hätte ich gewusst, welche Aufmerksamkeit sich aufbauen würde – ich hätte mir den Namen besser überlegt.)

Doch je mehr Leute sich mit „Mr. Minimalist“ auseinandersetzten, desto weniger erkannte ich mich selbst in diesem Label, diesem „Avatar“ wieder. Ich schrieb weiterhin als Sebastian – wurde aber nun vollkommen anders wahrgenommen. Anstatt in einem überschaubaren Kreis produktiv und inspirierend zu diskutieren, verstanden viele Leute meine persönlichen Gedanken als „Generalkritik“ und reagierten aggressiv.

Der Tiefpunkt meines Interesses am Bloggen war damit erreicht. Anstatt offen und ehrlich als Mensch angesehen zu werden – schien es mir, als ob ich lediglich in Extremen wahrgenommen werde. Einerseits für meine inspirierenden Gedanken und Anekdoten anerkannt – andererseits für die gleichen Worte als populistischer Möchtegern-Guru angegriffen.

Dieser wollte ich jedoch niemals sein. Und deshalb möchte ich mich davon auch klar distanzieren.
Doch auf Grund dessen fühlte ich mich eingeengt, in dieser Schublade, mit diesem Label. Ich fühlte mich leer.

Aber letztlich möchte ich vorallem eins: Schreiben.
Schreiben über Dinge, die mich begeistern, inspirieren, bewegen, beschäftigen oder mir einfach nur auffallen. Und natürlich freue ich mich über jeden Lesen, jeden Kommentar und jedes Feedback.

Aus diesem Grund werde ich neu starten. Ich werde weder Artikel oder Inhalte löschen, noch zu diesem Zeitpunkt unter einer völlig anderen Domain etwas Neues starten. Jedoch werde ich mich auf das Schreiben und Diskutieren konzentrieren.

Dies wird vielleicht unregelmäßig passieren, vielleicht auch zu Themen, die eben nicht „passen“ – aber es werden zu jedem Zeitpunkt Dinge sein, über die ich leidenschaftlich etwas zu sagen vermeine.

Dies heißt auch, dass das Projekt „MrM Plus“ beendet wird. Alle bisherigen Exklusivinhalte stehen jedoch jedem ab sofort unter http://mrminimalist.com/mrmplus/ zur Verfügung. Der E-Mail-Verteiler wird als RSS-Feed weitergeführt und ermöglicht exklusive Updates, direkt ins Postfach. Danke, an all die Leser, die daran teilgenommen haben!

Last but not least:
Ich möchte mich bei dir bedanken! Dafür, dass du dir diesen Artikel durchgelesen hast, für das bisherige Interesse an diesem Blog, dem Thema und mir persönlich!

Ich danke für dein Verständnis und würde mich freuen, dich auch weiterhin auf diesem Blog begrüßen zu dürfen!

Liebe Grüße,
dein Sebastian

 

PS: Sollte dieser Blog nun nichts mehr für dich sein, so kann ich dir – solltest du weiterhin über verwandte Themen lesen wollen – mit bestem Gewissen die Blogs von Peter Hinzmann, Alex Rubenbauer, Oliver Peiss, Frau DingDong, Thomas Bagusche und einigen Weiteren empfehlen!