Ein Besuch in der Vergangenheit – und was er mir für die Zukunft bringt!

Zu Studiumsbeginn zog es mich in die Hauptstadt Berlin. Doch hin und wieder zieht es mich für einen Moment zurück in die Heimat. Und damit auch zurück in die Vergangenheit, in ein scheinbar altes Leben, zurück zu alten Idealen und Einflüssen. Eine Reise aus dem Minimalismus zurück in die Konsumgesellschaft. 

Direkt nach meiner Ankunft drängten mich alle alten Bekannten zurück in die Rolle, die ich in der Vergangenheit inne hatte. Es lebt sich eben einfacher, wenn sich die Umwelt & damit auch das Umfeld nicht verändert. Zumindest nicht positiver als man selbst. Somit wurden meine Erzählungen von einem anderen, freieren und womöglich glücklicheren Lebensweg großzügig überhört oder belächelt.

Stattdessen wurde selbst viel erzählt, geprahlt, angegeben. Niemand erzählte von negativen Erlebnissen, von Herausforderungen und Hürden. „Konsumgeschichten“ über die neusten „Spielzeuge“ machten die Runde. Mit stolz geschwellter Brust wurde von jeglichem Besitz erzählt. Dazu wurden Tipps an mich verteilt, wie ich denn am besten ein Leben mit Geld, Ruf und einer angesehenen Position aufbauen kann. In der Hoffnung ich würde mein absurdes Weltbild und Ideal schnellstmöglich wieder loswerden.

Obendrein gab es Weisheiten wie „Wenn du jetzt fleißig bist & viel verdienst, dann hast du später mal ein gutes Leben“ von der etwas älteren Fraktion. „Thomas mit dem neuen BMW in der Einfahrt!“ oder „Jasmin, die mittlerweile richtig gutes Geld verdient und sich über die Zukunft keine Gedanken machen muss“ hielten als Vorbilder her.

Da erkannte ich es wieder, dieses Leben was man mir versucht hatte anzuerziehen. Dieses „Ideal“, dass mir vorgelebt worden war. Und so geht es wahrscheinlich auch vielen von euch!

Ich nehme es ihnen nicht übel. Auch ihnen wurde es anerzogen, geradezu antrainiert. Die Gesellschaft lebt es vor. Und sie wollen wohl auch nur das Beste für mich. Ich fühlte mich unwohl dabei – zunächst. Doch dann erkannte ich, wie wichtig dieses Erlebnis für mich war!

Es hatte „Klick“ gemacht. Es schien als sei diese Begegnung mit der Vergangenheit eine Herausforderung. Ein Test. Inwieweit ich mich wirklich von diesen Idealen verabschiedet hatte. Als ob ich mich daran erinnern sollte wie es war, um mich erneut zu entscheiden ob ich diesen Weg gehen will oder einen Anderen. Mir wurde klar:

Mit dem Alter kommt der Punkt, an dem es Zeit wird ein eigenes Ideal zu erschaffen! Einen eigenen Weg zu gehen und eigene Prioritäten zu setzen!

Bis zu diesem gewissen Punkt, verbringen wir unsere Zeit in einem Umfeld, das wir nur spärlich selbst gewählt haben. Wir werden hineingeboren in ein Ideal, in Einflüsse und Ansichten. Dieses Ideal wird weitergegeben, vorgepredigt und vorgelebt. Die Familie bildet den größten Einfluss, denn selbst Freunde sind durch ihr eigenes familiäres Umfeld selbst größtenteils nur eine Figur dieses geformten, gesellschaftlichen Idealbildes.

Doch je älter wir werden, je reifer unsere Gedanken und unsere Persönlichkeit, desto eher glauben wir unseren eigenen Ansichten. Wir nehmen uns ernster als unsere Einflüsse. Als unsere Umwelt. Von nun an entscheiden wir selbst, in welche Richtung wir gehen und uns entwickeln.

Ab sofort wählen wir unser Umfeld selbst! Und beeinflussen dadurch unseren Lebensweg. Wir wählen immer entschiedenen, wem wir Vertrauen schenken und glauben. Wessen Einfluss wir Zugang gewähren – und welche wir entfernen. Wir wachsen aus unserer Erziehung hinaus in eine eigendefinierte Zukunft.

Also nutze diese Chance. Nutze diese Macht. Wähle dein Umfeld. Wähle es gut.
Und du wirst sehen wie sich dein Leben verändert, wie du wächst und deinen eigenen Weg genießen kannst.