Jamaica, NY

Die letzten Momente meiner begrenzten Zeit – im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. New York, mein kurzfristiges Zuhause nach 3 Monaten und 6000 Kilometern durch die USA.

Mit Ach und Krach passt alles in den Rucksack. Ich bin spät dran, keine Zeit für große Verabschiedungen oder traurige Gedanken. Ein letzter Blick auf die Skyline, ein leichtes Seufzen und ab zur Bahn.

Linie J, von Downtown Manhattan, quer durch Brooklyn. Endstation: Jamaica, Queens, NY.
30 Minuten zwischen mir und JFK. 3 Stunden bis zum Abflug nach Paris. Keine 24 bis Berlin, bis Zuhause, bis zum altbekannten.

Der Zug ist voll. Es ist laut und doch ist jeder für sich, auf dieser Fahrt, hinaus aus diesem Ort der erfüllten Träume. Hin zu dem, an dem man sie viel eher verliert, begräbt und versucht, sie zu vergessen.
Alles was vom Glanz der Metropole bleibt, sind Erinnerungen und eine Miniaturversion am entfernten Horizont. Weiterlesen

Roger

Es regnet. Wie aus Eimern. Seit Tagen ist das Wetter relativ beschissen. Alles grau, trüb und irgendwie so gar nicht einladend. Vielleicht kam er mir gerade deshalb so eigenartig vor.

“Ich mag deinen Bart. Steht dir! Zu meiner Zeit wären dir die Frauen alleine dafür schon hinterhergelaufen. Wie ist das heute?”, sagt er und grinst. Ein Grinsen, passend zu strahlend blauem Himmel bei 30 Grad.

Eine ungewöhnliche Art Hallo zu sagen –  denke ich mir. Ein Kompliment nimmt man ja immer gern mit. Gerade an so einem Tag. “Danke”, sage ich und setzte mich zu ihm an die Haltestelle. Weiterlesen

Schattenspiele

Ich habe Angst. Wir alle haben Angst. Und doch viel zu oft, fast immer, vor den völlig falschen Dingen.

In der heutigen Zeit gibt es nur sehr wenige Dinge, die eine wirklich bedrohliche Gefahr darstellen – Nacktbaden im Piranha-Becken zum Beispiel. In so einer Situation könnte ich Angst verstehen. Ich selbst hätte da wohl meine Bedenken.

Ängste

Aber wovor haben wir stattdessen oftmals Angst?
Menschen, Meinungen, Kritik. Vor Häme, vor zu wenig Aufmerksamkeit – aber letztlich auch vor Erfolg, zu viel Rampenlicht und zu viel Beachtung. Weiterlesen

Schlucken oder Spucken?

Die Frage aller Fragen.
Oder zumindest so ähnlich.

Schlucke ich die Wahrheiten & Erkenntnisse, die ich für mich erkenne?
Lebe ich sie voll aus und erfahre, was sie wirklich bedeuten?

Oder spucke ich “große Töne” – ohne zu handeln und mache letztlich weiter wie zuvor? Eben ganz ohne etwas verändert, entwickelt oder gelernt zu haben.

Große Töne, kleine Wahrheiten. Vielleicht viel Lärm um nichts. Und mittendrin diese Unsicherheit über die Antwort auf Fragen nach richtig & falsch, sinnvoll & sinnlos. Weiterlesen